Aussichtspunkte und Türme
Dreisesselberg mit Hochsteinfelsen

Das Dreisesselgebirge, das sich auf bayerischer Seite in einer Länge von ca. 6 km hinzieht, ist zweifellos der Höhepunkt des Unteren Bayerischen Waldes. Die Verwitterung hat hier die eigentümlichsten Formen angenommen. Steht man vor dem Dreisesselfelsen, so hat man den Eindruck, als seien abgerundete Felsblöcke wie Mehlsäcke übereinandergetürmt. Auf dem Weg zum Hochstein sieht man ein Felsgebilde, das mit dem Kopf eines Nashorns zu vergleichen ist. Im „Steinernen Meer“, das eine Fläche von ca. 9 ha einnimmt, sind die einst mächtigen Granitfelsen in eine Unzahl von kleineren Felsbrocken zerfallen. Auch sonst trifft man am Dreisesselhang Felsen in verschiedenen Formationen an.

Der ganze Gebirgskamm ist mit Hochwald bedeckt, aus dem als höchste Erhebungen der 1312 m hohe Dreisesselfels, der Hochstein und der Bayerische Plöckenstein (beide 1332 m hoch) aufragen. Der Dreisessel ist in alten Urkunden als Hennhartsberg (Hühnerhabichtsberg) bezeichnet. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts hat sich für den Berg „bey den dreyen Sesseln“ der heutige Name eingebürgert. Wann die sagenumwobenen Sitze in den Fels gemeißelt wurden, ist nicht bekannt. Jedenfalls sah die Felsspitze zu Adalbert-Stifters Lebenszeit (1805 – 1868) noch anders aus.

Nach des Dichters Schilderung „standen an der Oberfläche des Steines drei Lehnen empor, welche Spalten zwischen sich hatten, durch die man hinaussah. Die Leute nannten die Lehnen Sessel, daher der Name. Ich wollte um 1855 in die nördliche Lehne einen Sitz hauen lassen, so daß man von ihm die ganze südliche Fernsicht genießen könnte; aber der Entschluß fand Verzögerungen, Umfragen und dergleichen. Indessen fanden sich , da die Lehnen schon seit langem Locker waren, mehrere Leute, die sich die Arbeit machten, die viele Zentner schweren Lehnen in die südliche Tiefe zu stürzen. Dort liegen sie nun unter anderem Steingetrümmer“.

Daß der Dreisessel schon seit vielen Jahrzehnten Besucher aus nah und fern anzieht, dazu haben in besonderem Maße die Erzählungen Adalbert Stifters beigetragen. Schon in seiner Jugendzeit wanderte er von seinem Heimatort Oberplan / Horni Plana am Moldaustausee / Lipno aus oft und gern auf den Berg und auch im letzten Jahrzehnt seines Lebens hat er seine Urlaubszeit regelmäßig im Rosenberger Gut am Fuß des Dreisesselberges verbracht. Dort schrieb er auch seinen Meisterroman „Witiko“, in dem er wie in seiner berühmten Novelle „Der Hochwald“ die großartige, herbe Schönheit der Landschaft und des Waldes um den Dreisessel in unvergleichlicher Weise geschildert hat.

Der Berg bietet eine herrliche Fernsicht hinunter ins oberösterreichische Mühlviertel, hinüber zum Aussichtsturm auf dem Haidelberg und auf die Ortschaften der Haidelregion Haidmühle, Philippsreut, Hinterschmiding, Grainet, Neureichenau und Jandelsbrunn sowie an klaren Tagen über das Inn- und Donauland hinweg zum Dachsteingebirge und zu den vielen Bergen der Alpen.

Die Spitze des nur ¼ Stunde entfernten Hochsteins gibt den Blick frei auf das unermeßliche Waldmeer des Böhmerwaldes, auf die Stadt Wallern /Volary, auf den spitzen Kegel des Schreinerberges / Bobik, auf das Urwaldgebiet um den Kubany und auf die Bayerwaldberge Lusen, Rachel und Arber.

Kontakt
Für Übernachtung und Verpflegung
Berggasthof Dreisessel, Tel. 08556 350

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